Jusos kritisieren vor Silvester Alkoholverbote im ÖPNV

 
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Die Jusos haben Alkoholverbote im öffentlichen Nahverkehr als unsinnig und diskriminierend kritisiert. Zuletzt hatte die NordWestBahn im Weser-Ems-Netz den Alkoholkonsum verboten. Verstöße werden mit einem Bußgeld von 40 Euro geahndet.

 

Der Vorsitzende der Jusos Weser-Ems Sebastian Kunde erklärt dazu:

„Die Freiheit ein kühles Getränk in den Zügen der NWB zu nehmen, darf nicht beschnitten werden. Gerade jetzt zu Silvester trinken die Menschen nun mal Alkohol. Sie sollten sich dann auch auf dem Weg zur Party in die Bahn setzen können und das Auto stehen lassen.

Mit einem Verbot kommt es, wenn überhaupt, lediglich zu einem Verdrängungsprozess. Es wird dann nicht weniger getrunken, sondern einfach vor der Zugfahrt. Der Alkoholkonsum wird also schlicht exzessiver z.B. in der Öffentlichkeit an Bahnhöfen und die Menschen sitzen hinterher umso alkoholisierter in den Zügen. Es ist nicht mehr und nicht weniger als ein sinnloser Einschnitt in die persönliche Freiheit gerade von jungen Menschen.“

Die Jusos Niedersachsen halten die Einführung von Alkoholverboten für einen gefährlichen Trend.

Der Juso-Landesvorsitzende Leonard Kuntscher stellt fest:

„Natürlich ist es ein großes Problem, wenn Alkoholisierte in Zügen randalieren und Mitreisende belästigen. Das ist aber ebenso wenig eine ausreichende Begründung für ein pauschales Alkoholverbot wie Erhebungen, dass die Mehrheit der Fahrgäste solche Verbote gut findet. Die persönliche Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die des Anderen beginnt. Wenn sich Fahrgäste gestört fühlen, weil nebenan ein Mensch ein Bier trinkt ist das schlicht gesagt ihr eigenes Problem.

Gerade das Praxisbeispiel des Metronoms zeigt, wie wenig so ein Verbot bringt. Reisende, die in Ruhe etwas trinken, werden mit 40 Euro bestraft. Laute und durchaus aktiv störende Gruppen wie Fußball-Fans oder Junggesell*innen-Abschiede ziehen weitestgehend unbehelligt durch die Züge. Alkoholverbote sind bevormundend, unsinnig und ungerecht.”

 

Die Jusos Niedersachsen hatten sich bereits 2013 gegen Alkoholverbote im ÖPNV ausgesprochen. Landesweit haben mehrere Aufgabenträger des öffentlich finanzierten Personennahverkehrs ein solches Verbot verhängt, z.B. der Metronom, der Erixx, die S-Bahn Hamburg und zuletzt Mitte Dezember teilweise die NordWestBahn. Zum Jahreswechsel tritt auch in den Stadtbahnen und -bussen der Landeshauptstadt Hannover ein Alkoholverbot in Kraft.

 
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2 Kommentare zu Jusos kritisieren vor Silvester Alkoholverbote im ÖPNV

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Uta Viert

am um 10:21 Uhr

 

Ich bin für ein Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln und kann Eure Haltung nicht verstehen. Es gibt genug Bereiche - privat wie öffentlich - wo Alkohol konsumiert werden kann. Alkohol ist Gift und verursacht unendlich viel Leid in Familien und Gesundheitsschädigungen. Eurer Generation mit den Kompetenzen der Nutzung der neuen Medien müsste es ein Leichtes sein, sich Informationen zu verschaffen, wieviel Alkoholkranke es in unserer Gesellschaft gibt. Das hat auch etwas damit zu tun, dass Alkohol überall und günstig verfügbar ist und verharmlost wird. Alkoholkranke, die den schweren Weg in in die Abstinenz gehen, können Kneipen, Restaurants, Partys etc. meiden, um nicht mit Alkohol und Alkohol trinkenden Menschen in Kontakt zu kommen. Öffentliche Verkehrsmittel können sie nicht meiden. Und ein Rückfall kann für sie tödlich enden. Es wird in öffentlichen Verkehrsmitteln und anderen öffentlichen Räumen auch nicht mehr geraucht, und die meisten Menschen empfinden das als äußerst angenehm. Bitte überdenkt Eure Haltung.

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Rohrig, Bruno

am um 17:30 Uhr

 

Was hat Alkohol trinken, mit Freiheit zu tun? Man muss mit Jugendlichen Nachsicht üben und hoffen, dass mit zunehmenden Alter auch die Vernunft zunimmt.


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