Bildung

Der Schlüssel zur Emazipation ist Bildung. - "Wissen ist Macht!" (Wilhelm Liebknecht)

Demokratie ist die einzige Staatsform die man erlernen muss - dies muss praktisch in der Schule erfahrbar sein

Eine ganzheitliche Bildung die es Kindern ermöglicht am Ende ihrer Schullaufbahn so weit zu sein, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und aus diesem heraus ein selbstbestimmtes Leben zu führen muss Forderung einer jeden jungsozialistischen Bildungsdebatte sein.
Die grundliegenden Fertigkeiten, die es Menschen ermöglichen gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen und Folgen ihrer Entscheidungen abzuschätzen und abzuwägen, müssen einem jeden Menschen in der Gesellschaft beigebracht werden, um sich im politischen Diskurs einbringen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen zu können. Demokratie kann nur im praktischen Diskurs erlernt werden, Schule ist hierbei als ein Experimentierfeld zu verstehen in dem niedrigschwellige demokratische Prozesse direkt erfahrbar werden können.
Nur wer Demokratie praktisch erfahren kann, kann ihre Stärken begreifen und zu eineR VerfechterIn ihrer selbst werden. Hierzu bedarf es der Überwindung von Hierarchien im Bildungssystem und einer stärkeren Orientierung am Menschen und seinen Bedürfnissen.

Selbstverwirklichung ist mehr als Qualifikation für Beruf und Schule - "Jedem nach seinen Fähigkeiten; jedem nach seinen Bedürfnissen."

Wir Jungsozialistinnen und Jungsozialisten sehen in Bildung mehr als die reine Qualifikation für Schule, Studium und Beruf. Unserer Meinung nach eröffnet Bildung Menschen die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen, eigenen Neigungen und Interessen nachzugehen und ein selbst bestimmtes Leben zu führen. In diesem Zusammenhang schafft Bildung für uns Jusos die Möglichkeit, sich kritisch und wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander zu setzen, eigenständig Position beziehen zu können und gesellschaftliche sowie politische Prozesse gestalten zu können.
Eine Bildungspolitik, die sich an den Bedürfnissen des Einzelnen orientiert, darf jedoch eine gesellschaftliche Umverteilungspolitik nicht ersetzen. Es kommt vielmehr darauf an, jeder und jedem in Rahmen einer solidarischen Gesellschaft individuelle Selbstverwirklichung zu ermöglichen.

„Kinder für die Wirtschaft (KiWi-Prinzip)“ - ein neoliberales Dogma überwinden

Im Kapitalismus werden Bildung und Bildungsangebote vielfach unter der kapitalistischen Verwertungslogik betrachtet. In diesem Sinne werden Bildungsangebote oft daran gemessen, welchen wirtschaftlichen Zweck sie erfüllen.
Das wirtschaftsorientierte Denken zeigt sich in vielen schulischen sowie universitären Angeboten, in denen wirtschaftliche Akteure durch Privatisierungen oder Teilprivatisierungen großen Einfluss gewonnen haben und junge Menschen dieses KiWi-Prinzip vermittelt wird.
Nach unserer jungsozialistischen Auffassung ist Bildung ein öffentliches Gut und keine Ware. Aus unserem Menschenbild und unserer Grundüberzeugung ergibt sich, dass Bildung für alle Menschen kostenlos sein muss und nur die öffentliche Hand eine (weitgehend) interessensfreie Bildung vermitteln kann. Deshalb lehnen wir Jusos das KiWi-Prinzip sowie Bildungsprivatisierungen entschieden ab.

Inklusion in der Bildungspolitik

Die niedersächsische Bildungspolitik steht in den nächsten Jahren vor einer neuen Herausforderung. Die Bildungseinrichtungen sollen sich verstärkt für Menschen mit einer Einschränkung öffnen um dadurch mehr Bildungsgerechtigkeit für Alle zu erreichen. Die Inklusion beginnt verpflichtend in den niedersächsischen Schulen ab dem 01.August 2013, bereits 2012 konnten Grundschulen freiwillig mit der Inklusion beginnen. Dass sich die Bildungsinstitutionen ändern müssen steht fest, die konkrete Umsetzung ist allerdings noch nicht abgeschlossen.
Der Landesverband wird sich daher auch im Bereich der Bildungspolitik mit der Thematik der Inklusion auseinandersetzen und eigene Anforderungen an inklusive Bildung erarbeiten.

Frühkindliche Bildung

Frühkindliche Bildung hat für uns Jusos einen hohen Stellenwert, denn schon in der Krippe beginnt gemeinsames Lernen und Inklusion. Jedoch sind die Rahmenbedingungen in der frühkindlichen Bildung vor allem in Niedersachsen sehr stark verbesserungsbedürftig. Dies gilt sowohl für das Angebot von Kita- und Krippenplätzen, bei dem Niedersachsen immer noch weit unter dem Bundesdurchschnitt liegt, als auch für die Qualität der Betreuung mit hohen Betreuungsschlüsseln und zu geringer personeller Ausstattung. Es ist Aufgabe des Landes hier für Verbesserungen zu sorgen. Uns geht es aber nicht nur um die Quantität und Qualität des Angebotes in der frühkindlichen Bildung, denn auch hier gilt für uns der Grundsatz: Alle müssen können dürfen! Deshalb setzen wir uns für die Gebührenfreiheit auch im Bereich der frühkindlichen Bildung ein.